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Allergien stark abhängig von genetischen Faktoren

Bild zeigt allergische FrauWenn jemand eine Allergie bekommt, so ist das kein Zufall. Die Ursachen sind vielmehr auf der genetischen Ebene zu finden. Eine aktuelle Studie der Med-Uni Wien hat dies am Beispiel der Allergie gegen das Unkraut Beifuß nachgewiesen.

Forscher der Medizinischen Universität Wien konnten am Mausmodell die beiden Faktoren bestimmen, die bei der Entwicklung einer Beifuß-Allergie erheblich beteiligt sind. Es handelt sich hierbei zum einen um das Gen HLA-DR1 (wikipedia), zum anderen um allergen-spezifische, reaktive T-Zellen (Gruppe weißer Blutkörperchen).

 

Schon lange bestand die Hypothese, dass bei der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen, Allergien und chronischen Infektionen HLA-Moleküle eine wichtige Rolle spielen. Die Forscher der Med-Uni Wien konnten nun nachweisen, dass nur diejenigen Mäuse eine Beifuß-Allergie entwickelten, die das HLA-DR1-Gen aufwiesen.

Studienleiter Winfried Pickl vom Institut für Immunologie der Med-Uni Wien erklärt, dass zudem das Verhältnis von allergen-spezifischen, reaktiven zu den regulatorischen, also die Aktivierung des Immunsystems unterdrückenden T-Zellen entscheidend sei: Mäuse, die das HLA-DR1-Gen trugen und gleichzeitig mehr reaktive als regulatorische T-Zellen aufwiesen, hätten einen „explosionsartigen Ausbruch von Asthma“ und die „Bildung von krankheitsverursachendem allergenspezifischem Immunglobulin E“ (allergieauslösenden Antikörpern) erfahren.

Konkret nahmen die Mäuse das Beifußallergen genauso wie der Mensch über die Atemwege auf. Die Wissenschaftler setzten dabei sogenannte humanisierte Mäuse ein, um den Nachweis exakt erbringen zu können:
Mittels humanisierter Mäuse habe man ein Modell ermöglicht, das die Situation im Menschen genau widerspiegele, so Pickl. Humanisiert bedeute, dass die Mäuse einen menschlichen T-Zell-Rezeptor trügen, der spezifisch für das Allergen sei. Zum anderen wiesen sie menschliche HLA-Moleküle auf ihren Antigen-präsentierenden Zellen auf.

Zukünftige Therapiemaßnahmen

Indem die Forscher unterstützten, regulatorische T-Zellen anzukurbeln, konnten sie verhindern, dass es zu allergischem Asthma kam. Dies sei durch die Gabe des T-Zell-Wachstumsfaktors Interleukin-2 gelungen, erklärt Studienleiter Pickl und fasst zusammen: „Damit wissen wir nun, wie im System auf molekularem Weg die Allergie entsteht und können in Zukunft viel besser präventiv und therapeutisch eingreifen“.

So könne die Bestimmung des HLA-Gens Allergie-Chip-Tests ergänzen und zu entsprechenden Therapiemaßnahmen führen. Die aktuelle Studie spricht von zukünftigen Modellsystemen für alle Allergien, die derzeit ähnlich dem spezifischen Modell der aktuellen Studie für das Hauptallergen aus dem Beifuß entwickelt würden.

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